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130221 Stauteich bald für Hochwasser gerüstet

 

Im Stadtentwicklungsausschuss wurden die Pläne zur Sanierung des Stauteichs vorgestellt. Die komplette Trockenlegung ist kein Thema mehr.

VON STEFAN MÜLDERS HEILIGENHAUS

Die verschiedenen Modelle zur Sanierung des Abtskücher Stauteichs haben schon eine lange Geschichte. Teilweise basierte sie auf Gerüchten oder auf Deutung von Indizien. „Jeder weiß was, aber keiner was Richtiges“, hatte Umweltexperte und Naturschutzbund- Mitglied Hans Schöttler schon 2007 kritisiert. Damals gab es Irritationen rund um Beschilderungen des Bergisch-Rheinischen Wasserverbandes (BRW) am Naherholungsgebiet. 2009 wurden schließlich Pläne bekannt, der Teich solle zur Entschlammung trocken gelegt und insgesamt verkleinert werden. Damals kritisierte die SPD das Vorhaben und die Art des Umgangs mit den Planungen. Diese würden, so damals der Vorwurf, im stillen Kämmerlein verhandelt. Der Verband halte „an der bizarren Idee fest, massiv in das wohl schönste Naherholungsgebiet von Heiligenhaus einzugreifen“, und die Verwaltung habe noch nicht einmal den zuständigen Ausschuss darüber informiert. Die Proteste führten beim BRW zu einem Umdenken.

Günter Schu, Leiter des Geschäftsbereichs Technik beim BRW, stellte am Dienstagabend im Stadtentwicklungsausschuss die aktuellen Pläne vor. Sie berücksichtigen die Einwände, ohne dabei die Ziele Stauteich bald für Hochwasser gerüstet des Verbandes aus den Augen zu verlieren. Zur Bewältigung zukünftiger Hochwasserlagen wird der Teich dauerhaft um 85 Zentimeter abgesenkt. Außerdem wird der Rinderbach nicht mehr durch den Teich hindurch, sondern außen herumgeführt. Seine jetzige „Kastenform“, wie Schu die Topografie des Baches beschreibt, wird in einen breiteren Bachlauf verändert. „Zehn Meter wären schön, mindestens sieben bis acht Meter benötigen wir“, sagt er. Für die Realisierung sind Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer noch nicht abgeschlossen – was die Zeitpläne schon in Verzug gebracht hat.

Die Abflüsse des Teichs sind zu klein, um das Gewässer bei Hochwasser schnell zu entlasten. Daher werden sie vergrößert. „Ich kann mir aber gut vorstellen, dass der neue Abfluss oberhalb mit einer Art Terrasse gestaltet wird. Wir werden zumindest darüber nachdenken.“ Ebenfalls notwendig ist die Sanierung des Absperrdammes zur Abtskücher Straße hin. Die Modellbauer warten schon länger darauf, ihre An- und Ablegestelle verlagern zu können.

Die Entschlammung des Teichs übernimmt der Ruhrverband als ehemaliger Eigentümer. Das endgültige Verfahren steht noch nicht fest, die Maßnahme wird aber in zwei Abschnitten erfolgen. Denkbar ist ein Damm quer durch den Teich, der zunächst das Abtragen von Sediment aus der oberen Hälfte des Teiches ermöglicht und später im unteren Teil. Auch möglich ist es, durch die Absenkung des Wasserspiegels zunächst die eine Hälfte zu entschlammen und dann auf der anderen Hälfte einen Schwimmbagger zum Einsatz kommen zu lassen.

Der Ruhrverband wird vermutlich noch in der zweiten Jahreshälfte die Arbeiten aufnehmen und diese nicht vor Jahresende abschließen. Ohne Verzögerungen könnte der BRW frühestens im März 2014 mit der Umlegung des Rinderbaches beginnen, was sich etwa sechs Monate lang hinziehen wird. Ab Mai sollen sich die Arbeiten zur Hochwasserentlastung anschließen. „Wir werden frühestens zum Jahresende 2014, von Restarbeiten zum Beispiel zur Bepflanzung mal abgesehen, das Vorhaben abgeschlossen haben“, sagt Günter Schu.



Autor: Muelders -- 04.01.2014; 23:26:36 Uhr

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