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180529 Langzeitarbeitlose finden selten neuen Job

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KREIS METTMANN (stemu) Nach Angeben des Kreisverbands Mettmann im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) finden immer weniger Langzeitarbeitslose im Kreis einen neuen Arbeitsplatz. Dabei beruft sich die Kreisvorsitzende Silke Iffländer auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit aus April dieses Jahres. Demnach nahmen in den vergangenen zwölf Monaten 1180 Langzeitarbeitslose eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt auf. Ein Rückgang von 5,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum (1252 Personen). Als langzeitarbeitslos gilt, wer mindestens ein Jahr arbeitslos ist. Im Kreis Mettmann seien aktuell 6.669 Personen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter als Langzeitarbeitslose registriert.
„Die grundsätzlich stabile Lage am Arbeitsmarkt im Kreis Mettmann darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spaltungen am Arbeitsmarkt noch tiefer geworden sind“, sagt Iffländer. „Die Chancen von Langzeitarbeitslosen auf einen Arbeitsplatz sind nochmals schlechter geworden. Der Markt wird es nicht richten und das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht lösen. Notwendig ist ein beherztes Aktionsprogramm des Bundes, das Langzeitarbeitslosen auch im Kreis Mettmann Perspektiven eröffnet. Jetzt kommt es darauf an, dass die neue Bundesregierung die versprochenen Hilfen für Langzeitarbeitslose zügig und vor allem in guter Qualität einführt.“ Arbeitslose, die Hartz IV erhileten, seinen bislang unzureichend gefördert und das System nach wie vor unterfinanziert. „Immer mehr Mittel werden für Verwaltungskosten aufgewendet und von 100 Arbeitslosen im Hartz-IV-System erhält im Bundesdurchschnitt nur einer eine Weiterbildung, die zu einem Berufsabschluss führt.“ In der Arbeitslosenversicherung sei der Anteil der Personen in derartigen Bildungsmaßnahmen viermal höher. Daher fordert der DGB, dieses Zwei-Klassen-System endlich zu überwinden und Bildungsmaßnahmen auszubauen, damit Abschlüsse nachgeholt werden könnten.
Begrüßt wird das Bestreben der neuen Bundesregierung, im sogenannten „Sozialen Arbeitsmarkt“ zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und dafür vier Milliarden Euro bereitzustellen. „Allerdings darf es dabei nicht, wie bei den 1-Euro-Jobs, um drittklassige Arbeitsverhältnisse handeln. Vormals Arbeitslose erleben soziale Teilhabe dann, wenn sie etwas Sinnvolles tun, einen ordentlichen Arbeitsvertrag haben und einen Lohn bekommen, der sie unabhängig von Hartz IV macht“, betont Silke Iffländer.



Autor: Muelders -- 29.05.2018; 11:00:46 Uhr

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